Chronik zum Bernauer Schützenwesen
Schon seit früher Zeit hatte eine Schützengilde in Bernau Bestand in ihr waren der Großteil waffenfähigen Bürgerschaft eingeschlossen. Diese Schützengilde wurde erstmals 1418 schriftlich erwähnt, wo sie vom Rat die Genehmigung erhielt auf den Vogel schießen zu können. Eine zusätzliche Bestätigung bekam sie durch das Privileg des Kurfürsten Joachim 2. Doch ihre Zeit endete 1705 wo auf Königliche Anordnung die Bürgerschaft in eine Landmiliz eingegliedert und zwei Bürger-Kompanien mit den Mitgliedern der Gilde aufgestellt wurden.
Sie wurden 1712 vom Kronprinzen (Nachfolger Friedrich Wilhelm 1.) der diese als nutzlos befand aufgelöst. Somit mussten alle Schieß – und Waffenübungen eingestellt werden. Zwar bekamen die Bernauer während des zweiten Schlesischen Krieges (1744/45) Waffen und Munition diese mussten aber 1746 wieder abgegeben werden.
Seit dieser Zeit war in Bernau keine Schützenorganisation ansässig. Bis 1782 wo sich das Interesse an Schützenfeiern verstärkte wurde ein Bittschreiben an den König (22.03.1782) gesandt um das alte Privileg zurück zu erhalten. Ob das wirklich der Fall war ist ungewiss, eines steht aber aktenmäßig fest das sich am 3.Pfingstfeiertage 1782 in Bernau rund 30 meist junge Männer zu einer Schützengesellschaft zusammentaten und von da ab wieder alljährlich das Königsschießen abhielt. Sie und die Gesellschaft waren aber nur als reine Privatangelegenheit zu sehen deshalb nahm auch der Magistrat keine Notiz von ihr.
Erst mit Einführung der Osteichnen Städteordnung am 02.07.1809 fand unter großer Anteilnahme der Einwohner der Stadt und des gesamten Magistrats eine öffentliche Schützenfeier mit Königsschießen statt. Und durch den in der Städteordnung festgesetzten § 28, der da lautete:
”... eine Schützengilde in der Bürgerschaft zu den notwendigen Anstalten bei der Stadt ...”
bekam diese Schützengesellschaft öffentliche Bedeutung und nannte sich wieder Schützengilde.
Seit dem ist die “Schützengesellschaft” aus der Bernauer Geschichte verschwunden – bis heute.
Das Jahr1999 wurde für eine kleine Gruppe bestehend aus Männer und Frauen von großer
Bedeutung den Sie gründeten basierend auf die Tradition von 1782 eine neue “Schützengesellschaft Bernau e. V.”
Tradition, Kameradschaft und Familiensinn sind unser Leitmotiv. Wir sind ein kleiner beschaulicher Verein und versuchen die Traditionen der alten Bernauer Schützenvereinigungen aufleben zu lassen um somit der Stadt Bernau einen neuen historischen Verein hinzuzufügen.
Wir haben uns im Verein für die alte Bernauer Schützenuniform als Vereinsbekleidung entschieden. Sie wurde um 1846 in Bernau mit königlicher Anordnung eingeführt und weit bis ins Jahr 1875 von den Schützen getragen.
Diese Uniform wird erstmalig zum Hussitenfest 2000 öffentlich von den Mitgliedern des
Vereins getragen. Ebenfalls führen wir seit dem Hussitenfest des Jahres 2000 in unserem Festzelt auf einem Luftgewehrstand das Preisschießen zum Hussitenpokal durch. Dieser Pokal kann von Bürgern der Stadt Bernau und Umgebung mit dem Luftgewehr auf 10 m Distanz und 5 Schuss mit der besten Ringzahl erkämpft werden. Es soll nach Möglichkeit Traditionen zu jedem Hussitenfest werden.
Zum Hussitenfest 2001 wurde zum 1. Mal die Neue Vereinsfahne der Schützengesellschaft Bernaue.V. vorgestellt. Diese wurde von den Schützenbrüdern Conny und Ricky Rademann nebst deren Familienangehörigen in Aufwändiger Handarbeit angefertigt. Sie ist an historische Originale angelehnt da es keine Angaben über eine Vereinsfahne der alten Schützengesellschaft gibt.
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